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Notes of an open-source programmer.
31 Aug

6. BOINC Workshop London – Tag 1

Der erste Tag startete mit einem Vortrag von David Anderson worin er die bisherige Entwicklung von BOINC im letzten Jahr, im speziellen das neue Punktesystem, zusammenfasst. Eine sichtbare Neuerung für alle Cruncher ist der neue Hinweis-Tab wo Nachrichten der Projekte, Hilfen zur richtigen Konfiguration von BOINC oder auch Private Nachrichten und Freundesanfragen gezeigt werden. Dies wird in der nächsten Generation des BOINC-Managers, der gerade abschließend getestet wird, enthalten sein. Als Ausblick auf das nächste Jahr ist unter anderem eine Erneuerung der Einfachen Ansicht des Managers (oder des gesamten Managers?) und eine Integration von Drupal geplant.
Nach einer kurzen Kaffeepause hat Benjamin Knispel die Pulsarsuche von Einstein@home vorgestellt. Dies ist eigentlich nur ein kleines Teilprojekt neben der Suche nach Gravitationswellen, hat aber innerhalb der letzten Wochen zwei neue Pulsare entdeckt und das nur dank der Unterstützung durch freiwillige Helfer des verteilten Rechnens.
Im Anschluß hat Tolu Aina die aktuellen Projekte der climateprediction.net Gruppe aufgezeigt. Hier gibt es unter anderem ein kleines Projekt was die Mehrleistung von CPDN mittels eines externen Wattmessers berechnet. Außerdem arbeitet man gerade an der Umsetzung der CPDN Anwendung für die Berechnung auf Grafikkarten. Ein anderes viel versprechendes Seitenprojekt ist BOINClite was einen abgespeckten Client für die Playstation 3 CELL Prozessoren entwickelt.
Kurz vor dem Mittagessen hat Adam Bazinet das Lattice Project vorgestellt. Dieses Projekt verbindet mehrere Systeme des Verteilten Rechnens miteinander. So rechnen Großrechner, dedizierte Rechenpools und BOINC Rechner zusammen an einem Problem.
Mit einem sehr schnellen Vortrag vor der lang ersehnten Mittagspause hat Martin Korth die Zukunft des MonteCarlo@home Projekts vorgestellt. Sehr viel Biomolekular- und Quantenwissenschaft die sich sehr kompliziert für einen aussenstehenden anhört. Hier ist schon eine neues Projekt in Arbeit wo aber gerade noch an einem Bildschirmschoner gearbeitet wird.
In der Mittagspause gab es ein leckeres Hünchentandori in der Kantine der Universität.
Danach ging es auch schon wieder mit dem nächsten Vortrag weiter. Kevin Reed von IBM hat die Projekte und Vorgehensweise von World Community Grid vorgestellt. In den letzten Jahren sind bereits 17 wissenschaftliche Veröffentlichungen nur durch die Leistung der freiwilligen Helfer bei WCG möglich gewesen.
Nicolas Maire hat dann im Anschluss den aktuellen Stand beim malariacontrol.net Projekt dargelegt. Das Thema Malaria hat in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit bekommen und die Methoden zur Berechnung von Modellen werden immer besser und auch die Anzahl der Wissenschaftler die sich mit Malariakontrolle und -ausbreitung beschäftigen nimmt weiter zu. Dieser Aufschwung sorgt natürlich auch dafür das immer mehr Rechenkraft für die Überprüfung der Modelle und Parameter benötigt wird. Hier kommt natürlich BOINC ins Spiel.
Einen Ausflug in die Welt der Mathematik hatte James Wanless mit seinem Vortrag zum Thema Primzahlen und Faktorisierung zu bieten.
In eine ähnliche Richtung ging er nächste Vortrag von Yu-Ting Chen von Puzzle@home. Hier wird geprüft ob es ein Sudoku Puzzle mit genau einer Lösung und nur 16 Hinweisen gibt. Dies ist allerdings kein öffentliches Projekt sondern wird auf einem dedizierten Rechennetz ausgeführt.
Der letzte Vortragsblock an diesem Tag wurde von Diogo Ferreira und seiner Vorstellung eines neuen Plugin-Managers für den BOINC Client der die Nutzung von kontrollierten Umgebungen oder auch virtuellen Maschinen möglich macht. Ein großes Problem ist noch der enorme Speicher- und Bandbreitenbedarf der virtuellen Maschinen.
Eine ähnliche Idee hat Ben Segal vom CERN über die letzten 2 Jahre verfolgt. Er hat mit verschiedenen Gaststudenten und Experten vom CERN eine speziell für die Bedürfnisse des CERN maßgeschneiderte Lösung gefunden. Hier wird eine speziell vorbereitete virtuelle Maschine als Arbeitspaket verteilt, welche durchaus bis zu 200 MB groß sein kann und dann auf dem Rechner auch bis zu 1 GB anwächst. Das ist eine sehr spezielle Lösung die so noch nicht für verteiltes Rechnen in der Öffentlichkeit nutzbar ist.
Der vorletzte Vortrag, an diesem Tag, von Chris Reynolds drehte sich ebenfalls um virtuelle Maschinen und die Nutzung als BOINC Arbeitspaket um eine vordefinierte Arbeitsumgebung zu ermöglichen. Auch hier sind noch nicht alle BOINC Funktionen eingebaut und teilweise auch nicht möglich, aber eine sehr viel versprechende Methode.
Zum Schluss hat Derrik Kondo eine Methode vorgestellt womit es Projekten ermöglicht werden soll in kritischen Momenten ausgewählte Arbeitspakete auf dedizierten Computern zu starten. Dazu muss eine Kosten-Nutzen-Analyse eingebaut werden die den preiswertesten Anbieter der Rechenleistung ermittelt. So wird eine optimale und zügige Verarbeitung der Arbeitspakete ermöglicht.

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